119.0   Additive und Sekundärzusätze für Kraftstoffe

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Additive und Sekundärzusätze für Kraftstoffe

Durch die hohen Anforderungen, die an Kraftstoffe gestellt werden, ist es notwendig bestimmte Eigenschaften der Grundkraftstoffe zu optimieren. Additive können den Kraftstoffen zusätzliche Eigenschaften verleihen oder vorhandene Eigenschaften hervorheben oder abschwächen. Bei Additiven handelt es sich um kraftstofflösliche Verbindungen überwiegend organisch-chemischer Natur.

Eine Vielzahl von Eigenschaften kann durch Additive beeinflusst werden, so verhindern oder verringern sie z. B. die Ablagerung von Verbrennungsprodukten im Kraftstoffeinspritzsystem und Motor oder Korrosionsschäden in der Kraftstoffversorgung. Zudem können Gebrauchseigenschaften mit Additiven verbessert werden, so wird z. B. häufig ein schaumhemmendes Additiv im Dieselkraftstoff eingesetzt.

In handelsüblichen Kraftstoffen kommen zahlreiche Additive zum Einsatz. Einige Beispiele sind im Folgenden aufgelistet.

Ottokraftstoff
  • Oktanzahlbooster
  • Detergentien
  • Korrosionsinhibitoren
  • Antioxidantien
  • Leitfähigkeitsverbesserer
  • Farbstoffe / Marker
  • Demulgatoren
Dieselkraftstoff
  • Cetanzahlverbesserer
  • Detergentien
  • Korrosionsinhibitoren
  • Antioxidantien
  • Leitfähigkeitsverbesserer
  • Entschäumer
  • Fließfähigkeitsverbesserer
  • Schmierfähigkeitsverbesserer
  • Farbstoffe / Marker
  • Demulgatoren


Ein Sonderfall sind metallorganische Verbindungen z. B. Methylcyclopentadienyl-Mangan-Tricarbonyl, Ferrocen und Tetraethylblei die in einigen Ländern noch zur Erhöhung der Oktanzahl eingesetzt werden. Diese Additive haben sehr nachteilige Effekte auf die fortschrittliche Motor- und Abgasreinigungstechnik. In der Worldwide Fuel Charter wird daher von Asche bildenden (metallhaltigen) Additiven dringend abgeraten.

Es ist durch viele Untersuchungen nachgewiesen, dass für die Dauerhaltbarkeit und Sauberkeit der Motoren und der Kraftstoffversorgung, die Aufrechterhaltung der günstigen Abgaswerte sowie zum Erzielen eines insgesamt guten Betriebsverhaltens die Verwendung gut additivierter Otto- und Dieselkraftstoffe eine notwendige, auf lange Sicht auch kostengünstige Maßnahme darstellt.

Im Hinblick auf die Versorgung mit solchen Kraftstoffen ist der Einzelkunde darauf angewiesen, dass die von ihm angefahrenen Tankstellen additivierte Produkte vertreiben; dieses ist nach den uns übermittelten Stellungnahmen bei großen Firmen flächendeckend, bei nicht an große Versorger gebundenen, "freien" Tankstellen meistens der Fall. Großkunden sollten in bilateralen Verhandlungen auf die Lieferung additivierter Ware achten.

Die richtige Auswahl, Anwendung und Dosierung solcher Additive setzt eingehende Untersuchungen im Labor, auf Prüfständen und in Fahrzeugen voraus, damit die Wirkung der Additive dem jeweiligen Kraftstoff optimal angepasst ist, die Zusätze aufeinander abgestimmt sind und keine negativen Nebeneffekte bewirkt werden. Da dem Verbraucher in der Regel die erforderlichen Voraussetzungen hierzu fehlen, kann die Kraftstoffadditivierung ausschließlich Aufgabe der Kraftstoffhersteller sein.

Dem Fahrer werden jedoch immer wieder Kraftstoff-Additive angeboten, die teilweise große Erfolge, wie z. B. höhere Motorleistung bei niedrigerem Kraftstoffverbrauch, versprechen. Diese Zusätze werden von uns, der besseren Unterscheidung wegen, als Sekundärzusätze bezeichnet. Bei unseren Fahrzeugmotoren sind Sekundärzusätze im Allgemeinen nicht erforderlich, da in den meisten Fällen mit gleichmäßigen und ausreichenden Kraftstoffqualitäten gerechnet werden kann. Es ist darauf zu achten, dass nur die jeweils von uns vorgeschriebene Kraftstoffqualität verwendet wird. Der Einsatz von Sekundärzusätzen ist dagegen im Allgemeinen nur eine zusätzliche, nicht erforderliche Kostenbelastung und kann im schlimmsten Fall zu nachhaltigen Schäden führen. In einzelnen Märkten mit schlechter Kraftstoffqualität kann eine zusätzliche Additivierung erforderlich sein. In solch einem Sonderfall werden für Mercedes-Benz Fahrzeuge erprobte und frei gegebene Additive von den Mercedes-Benz Fachwerkstätten empfohlen. Die auf dem Behälter angegebenen Hinweise und Mischungsverhältnisse sind zwingend zu beachten.

Von der Anwendung von Sekundärzusätzen ohne Mercedes-Benz Freigabe ist dringend abzuraten. Sie erfolgt immer in eigener Verantwortung des Fahrzeugbetreibers, da deren Verwendung die Gewährleistung sowohl des Fahrzeugherstellers- als auch des Kraftstofflieferanten beeinträchtigen kann.